Mein bestes Weihnachtsgeschenk

Kurz vor Weihnachten war ich auf der Weihnachtsfeier meines Chores. Wie jedes Jahr war der »Julklapp« die Hauptattraktion. Bei unserem »Julklapp« werden keine neuen Dinge zum Verschenken gekauft, sondern lediglich nicht gebrauchte Dinge aus der Garage, dem Kleiderschrank oder vom Dachboden verschenkt.

Die Sammelteller mit den Wintermotiven, die kleinen Teekannen mit der gestrickten Wärmedämmung und die bunten Badeshorts haben andere Chorsänger ergattert, ich selbst hatte am Ende der Veranstaltung eine kleine angestaubte, etwas verrostete und schwergängige mechanische Kaffeemühle zum Kurbeln in meinen Händen.

In den nächsten Tagen habe ich – immer wenn ich zwischendurch etwas Zeit hatte – die Kaffeemühle auseinandergebaut, die Metallteile von Rost und Staub befreit und mit etwas Schmirgelpapier zu neuem Glanz verholfen. Das Gehäuse habe ich mit ein wenig Holzleim wieder in Form gebracht.

Während der Reparatur, beim Zerlegen der Kaffeemühle sind mir viele Details aufgefallen, die zeigen, dass die Kaffeemühle aus einer Zeit stammt, als das Reparieren noch erwünscht und vorgesehen war. Der Holzkorpus ist solide Tischlerarbeit, die Seitenteile sind mit Nut und Feder aneinander gefügt. Die Holzabdeckung oben und auch der Einfüller aus Metall sind mit Schrauben befestigt und lassen sich leicht entfernen. Auch das Mahlwerk selbst läßt sich mit ganz normalen 6-Kant-Schraubenschlüsselnauseinanderbauen und dann einfach reinigen. Mit der Stellschraube oben an der Kurbel kann zum Schluß das Mahlwerk eingestellt werden.

Die gesamte Reparatur hat insgesamt vielleicht 2 Stunden in Anspuch genommen, mir aber so viel Spaß gemacht, dass diese Mühle mein bestes Weihnachtsgeschenk war. Und der selbst gemahlene Kaffee schmeckt ganz anders …

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