Pilze suchen

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Endlich kommt wieder der Herbst … die Abende werden kürzer und die Pilzsaison beginnt. Ein echter Klassiker unter den Pilzbüchern ist der 1895  erstmals erschienene Führer für Pilzfreunde des Oberlehrers und Pilzsachverständigen Edmund Michels. Das dreibändige Werk mit Abbildungen des Kunstmalers Albin Schmalfuß aus Leipzig, erschien bis zum Tod Michels 1920 in 6. Auflagen und machte ihn als Pilzvater bekannt.

Titelseite des »Führers für Pilzfreunde« von Oberlehrer Edmund Michael

Titelseite des »Führers für Pilzfreunde« von Oberlehrer Edmund Michael

Neben ausführlichen Beschreibungen und farbigen Abbildungen der wichtigsten essbaren und giftigen Pilze (der aktuelle Stand der Forschung hat  enthält der Führer für Pilzfreunde Rezepte zur Zubereitung und Konservierung von Pilzen sowie Tipps und Tricks zum Sammeln. Einige Angaben von Michael sind allerdings überholt. Wie auch in anderen älteren Pilzbüchern werden einige Pilze, bei denen man heute weiß, dass sie giftig sind, noch als Speisepilze deklariert, ein Beispiel dafür ist der Kahle Krempling.

Der Gallen-Röhrling aus dem »Führer für Pilzfreunde« von Oberlehrer Edmund Michael

Der Gallen-Röhrling aus dem »Führer für Pilzfreunde« von Oberlehrer Edmund Michael

Die Illustrationen des Buches sind jedoch hervorragend und haben sicherlich zu dem großen Erfolg beigetragen. Der Führer für Pilzfreunde läßt sich antiquarisch leicht finden (z.B. bei zvab.com), alternativ kann man sich ein kostenloses PDF des Werkes herunterladen.

Für den Anfänger bestens geignet sind übrigens Röhrenpilze, die auf der Unterseite keine Lamellen besitzen sondern – wie zum Beispiel der Steinpilz – schwammartige Röhren: Bei den Röhrenpilzen gibt es keinen einzigen tödlich giftigen Pilz (Quelle: Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem). Die wenigen ungenießbaren oder giftigen Arten unter den Röhrenpilzen sind leicht zu erlernen. Sie können zwar Magen-Darm-Probleme auslösen, hinterlassen jedoch keine bleibenden Gesundheitsschäden.