Guerilla Gardening. Eine Anleitung.

Guerilla Gardining ist ein Begriff der gebraucht wird um die unerlaubte Kultivierung von Blumen oder Nutzpflanzen auf ungenutztem privaten oder öffentlichen Grundstücken zu beschreiben. Für einige ist das Guerilla Gardining eine politische Aussage über das Recht auf Stadt und den Besitz von Landeigentum, für andere ist es in erster Linie eine Möglichkeit vernachlässigte und überwucherte Flächen zu verschönern und zu verbessern.

Guerilla Gardining kannst du entweder in einer heimlichen Nachtaktion oder als öffentliche Aktion ausgeüben, die andere zum Mitmachen anregen soll. Ganz gleich, für welche Vorgehensweise du dich sich entscheidest, es gibt einige grundlegende Schritte, die du beachten solltest um ein erfolgreicher Guerilla Gärtner zu werden.

Guerillagardeners

1. Finde ein geeignetes Stück Land.
In den meisten Städten gibt es reichlich ungenutzte und vernachlässigte Flächen. Du findest sie am Straßenrand, in Baulücken auf Verkehrsinseln und unter Straßenbäumen. Suche dir eine Stelle, an der du einfachen Zugang zu Wasser hast. Du benötigst keine große Fläche. Falls du gar keine Fläche finden kannst: Mach dir eine! Blumentöpfe lassen sich gut an Straßenlaternen und ähnlichem befestigen und bringen so kleine Farbtupfer in eine ansonsten öde Gegend.

2. Sieh dir die Fläche genau an!
Wahrscheinlich braucht deine Fläche etwas Vorbereitung, bevor du mit dem Guerilla Gardening beginnen kannst. Musst du wuchernde Pflanzen (Unkraut), Müll oder andere Verunreinigungen beseitigen? Ist der Boden steinig, legmig, sandig oder humusreich?

3. Wähle die Pflanzen für deine Guerilla Gardining Aktion sorgfältig aus!
Das ist ein entscheidender Schritt. Die Auswahl der Pflanzen entscheidet über Erfolg oder Scheitern deines Projekts. Hier sind einige Empfehlungen für dich:
– Wähle winterharte Pflanzen, die auch eine unregelmäßige Versorgung tolerieren. Wahrscheinlich kannst Du deine Pflanzen nicht so leicht mit Wasser und Dünger versorgen wie zu Hause bei dir auf dem Balkon.
– Wähle Pflanzen, die auch natürlich in deiner Gegend vorkommen. Einheimische Gewächse sind ein ökologisch klugen Entscheidung, sie sind an die lokalen Gegebenheiten (Temperatur, Niederschlagsmenge etc.) hervorragend angepasst. Außerdem verdrängen sie keine anderen Arten wie es manchen neu eingeführten Pflanzen der Fall ist.
– Wähle Pflanzen, die mit den sonstigen Bedingungen deines Platzes gut zurecht kommen: Ist der Platz stark verschafften oder sonnig, feucht oder trocken?
– Wähle Pflanzen, die nicht viel kosten und die du leicht ersetzen kansnst. Guerilla Gärten liegen im öffentlichen Raum und sind nicht geschützt gegen Vandalismus oder Tiere.
– Wähle Pflanzen, die eindrucksvoll sind und lange wahrnehmbar sind. Bunte Blüten bringen Farbe in deinen Guerilla Garten und sind zudem Nahrungsquelle für pollensammelnde Insekten wie Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge.

4. Plane den Beginn deiner Gartenarbeit!
Lege fest, wann du starten willst, wer dir helfen kann und was du benötigst (Pflanzen, Gartengeräte, Erde, Wasser, Dünger etc.). Vereinbare ein konkretes Datum.

5. Besorge dir die benötigten Materialien!
Einige der Dinge, die du garantiert brauchst:
– Pflanzen. Besorge dir eine ausreichende Anzahl der Pflanzen, die du in deinem Garten pflanzen möchtest. Du kannst fertige Pflanzen kaufen oder – etwas zeitaufwändiger – dir deine Pflanzen selber aus Samen ziehen. Bringe die vorgezogenen Pflanzen in deinen Garten, wenn sie schon etwas größer sind und somit eine bessere Chance haben anzuwachsen und zu gedeihen.
– Werkzeug. Stelle sicher, das du alle benötigten Werkzeuge hast: Schaufel, Handschuhe, Pflanzstab, Gießkanne etc.
Wasser. Bring ausreichend Wasser mit um deine neuen Pflanzen anzugießen. Alte Kanister eignen sich gut, sie lassen sich gut verschließen und transportieren.
– Dünger. Vielleicht möchtest du deine Pflanzen beim anwachsen mit etwas Dünger unterstützen. Achte auf die Dosierung.
– Müllbeutel. Du musst wahrscheinlich am Anfang etwas Müll von deinem Platz entsorgen.
– Transport. Falls dein Garten nicht direkt neben deiner Wohnung ist, benötigst du eine Transportmöglichkeit um Geräte, Wasser und Pflanzen dort hin zu bringen.
– Schilder. Kommunikation ist immer eine gute Idee. Wenn die Leute wissen, was du neu angepflanzt hast sind sie achtsamer (und halten vielleicht auch ihre Hunde fern).

6. Beginne mit deinem Garten!
– Entferne Müll und andere unerwünschte Hinterlassenschaften.
– Bereite den Boden vor.
– Setze deine Pflanze ein und bewässere sie.
– Hinterlasse deinen neuen Garten in einem aufgeräumten Zustand. Lasse keinen Müll zurück, der ein schlechtes Licht auf dich und andere Guerilla Gärtner werfen würde.

7. Pflege deinen Garten!
Das Anlegen des Gartens und das Setzen der ersten Pflanzen ist nur ein Teil der Arbeit. Du bist verantwortlich für das Wässern deiner Pflanzen und das Gedeihen deines Gartens (es ist natürlich nicht falsch, Mitbürger zur Unterstützung zu ermutigen).

8.Erzähle von deinem Garten!
Mache andere auf diese einzigartige und umweltfreundliche Methode dein Umgebung zu verbessern aufmerksam. Stelle kleine Schilder auf und bitte Mitmenschen, deinen Garten bei Trockenheit zu gießen oder dich auch sonst bei der Gartenarbeit zu unterstützen.

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Weitere Tipps!
– Vielleicht kannst Du zusätzlich Nistkästen für Vögel anbringen. Vögel sorgen nicht nur für eine zusätzliches Leben in deinem Garten, sondern helfen auch die Zahl der Insekten zu begrenzen.
– Im Internet gibt es zahlreiche Quellen zum Guerilla Gardening, die Inspiration und Unterstützung anbieten.
Falls Du Flächen begrünen möchtest, die sich nur schwer erreichen lassen (z.B. weil sie eingezäunt sind) sind eventuell Seedballs oder Seedbombs ein Möglichkeit. Seedballs sind kleine Kugeln aus Erde, Tonpulver und Blumensamen.
– Falls Du nicht viel Zeit hast, dich um deine Pflanzen zu kümmern sind eventuell Tulpen eine gute Alternative. Tulpenzwiebeln kannst Du in Säcken im Gartencenter kaufen und schnell mit einem Pflanzstab in deinen Garten setzen (Ein Pflanzstab ist ein konisch zulaufendes Gartenwerkzeug, mit dem Du einfach Löcher in den Boden bohren kannst).

Achtung!
– Pflanze nichts, was in deiner Gegend als schädliche Pflanze angesehen wird. Die Definition was schädlich ist, unterscheidet sich je nach Standort. In der Regel sind Pflanzen gemeint, die invasiv sind (also einheimische Arten verdrängen), die giftig oder auf andere Weise schädlich für lokale Wildtiere sind.
– Prüfe, ob dein Guerilla Garten von den örtlichen Behörden erlaubt ist. Manche Städte oder Bezirke unterstützen dich sogar in deinen Bemühungen.
– Das Betreten fremder Grundstücke ist verboten. Einige Landeigentümer sehen es vielleicht trotzdem gerne, wenn sich jemand um ihr Land kümmert. Bemühe dich um einer Erlaubnis, bevor du mit deinem Garten beginnst.
– Es ist eventuell keine gute Idee, Produkte aus deinem Garten zu essen. Vielleicht ist der Boden kontaminiert. Falls Du Nutzpflanzen für den Verzehr anbauen möchtest, solltest Du die Bodenqualität untersuchen lassen.

(Der Artikel ist eine Übersetzung eines Wikihow-Artikels).

WEITERFÜHRENDEN LINKS (auf englisch)
 Wikipedia article on guerilla gardening
Guerillagardening.org – Tips