Hamburger Nachbarsgrün

In Großstädten gibt es zahlreiche Maßnahmen der Stadtbegrünung, die immer öfter auch von den Bürgern selbst gestaltet werden. Ein kleines Projekt aus Hamburg möchten wir hier vorstellen.

Frank Morgenstern wohnt in Hamburg an der Hoherade / Pinneberger Weg, einem genossenschaftlichen Wohnblock. Das 1904 erbaute Ensemble ist das Eckgrundstück mit davor liegenden öffentlichen Grünflächen. Das Straßenbegleitgrün ist immer wieder Gesprächsstoff unter den Straßenanwohnern. Es werden Flächen mit Fahrradhäusern, Postverteilerkästen und Fahrradbügeln genutzt. Oder die Flächen dienen als Hundeaustritt. Insgesamt eher Brachflächen – die sich mit der Hilfe der Nachbarn in Nachbarschaftsgrün verwandeln sollten.

Seit 2013 begrünt Frank Morgenstern zusammen mit seinen Nachbarn sieben Flächen in seiner Straße. Am Anfang half die Stadt debei, die Flächen zu säubern, so daß die angehenden Hobbygärtner freie Bahn hatten.  Die Mitarbeit der Anwohner ist bei der Gestaltung gefragt: Groß und klein, jung und alt, aktiv oder passiv – unabhängig von Ideologien, Mitgliedschaften oder Verpflichtungen. Einzig der nachbarschaftliche, nicht kommerzielle, dem Gemeinwohl dienende Gedanke soll verbindend wirken. Kurz: Menschen zusammen bringen, die Spaß daran haben, etwas für das Grün in ihrer unmittelbaren Umgebung zu tun. So enstand der Name »Nachbarsgrün« für die Initiative.

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Die Voraussetzungen für ein weiteres Gedeihen sind gut: Eine ideale Nachbarschaft, mit zwei Kindergärten, einer Grundschule, einem Sport-/Spielplatz, hervorragenden Flächen und vielfältigen Anwohnerinnen und Anwohnern. Auf der im letzten Jahr aufgestellten Bank ruhen sich älteren Leute gerne kurz aus und auch jüngere legen hier mit einem Kaffee und einem Buch eine kleine Pause inmitten des neuen Grüns ein.

Fotos & Text: Frank Morgenstern