P.O.N. – Nachbarschaft auf dem Platz ohne Namen

Auch in den Innenstädten der Großstädte gibt es eine schleichende Verödung. Vormals lebendige Viertel werden zu reinen Schlafburgen. Der Fischladen an der Ecke schließt, das letzte Restaurant macht dicht und der kleine Getränke-Kiosk an der Ecke gibt auf. Was bleibt ist gähnende Langeweile.
headerDas es auch anders gehen kann, beweisen zum Beispiel einige engagierte Bürger am P.O.N. (Platz ohne Namen) der eigentlich »Glücksburger Platz« heißt aus dem Hamburger Stadtteil Altona Nord. Nachdem hier das Restaurant geschlossen hatte, begannen einige Anwohner der umliegenden Straßen sich ab und zu abends zum »Abendbrot auf dem Platz« zu treffen (»Klappstuhl mitbringen«) und bei den Treffen neue Ideen zu entwickeln. Über eine Mailingliste und eine kleine Internetseite organisiert man sich.

Inzwischen wurden mehrere kleine Events geplant und veranstaltet. Unter anderem gab es einen Flohmarkt (mit Musikeinlage), mehrere Open Air Kinovorführungen (unter anderem ein vorweihnachtliches Open Air Kino mit Feuerzangenbowle und Kinderpunsch und eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit ElbfilmKunst), eine Lesung der Bön-Hasen, ein Treffen um gemeinsam Fahrräder zu reparieren und für einen Wettbewerb des Fernsehsenders arte wurde ein Video gedreht.

Für den auf dem Platz liegenden Brunnen – der seit Jahren brach lag und zusehends verfiel – wurden Bezirksmittel beantragt (und inzwischen auch bewilligt). Noch in diesem Sommer soll hier wieder Wasser fließen.

Die Wiederbelebung des Platzes ist bislang ein voller Erfolg und stiftet neue Kontakte im ganzen Viertel.