Die Schnecken, die Hochbeete und sechs Kürbisse

Die Schnecken, die Hochbeete und sechs Kürbisse

Wir sind jetzt das dritte Jahr in unserem Garten. Mit viel Enthusiasmus sind wir angetreten und wir lernen und lernen dazu.

Ich bin ja eine große Freundin der Nutzpflanzen.
Klar: es wird Obst und Gemüse angebaut.

So der Plan. Dann die Ernüchterung: Wir haben Schnecken in unserem Garten. VIELE Schnecken.
Diese großen, orange-braunen Nacktschnecken.

Gleich im ersten Jahr haben wir ab dem frühen Frühling angefangen mit Vorfreude Gemüse großzuziehen.
Saatgut in Kamillenbeize gelegt, Spezialerden besorgt, Saatgut in mit Erde befüllte Klorollen gelegt und gewartet was sich in den Minigewächshäusern tut.

Tomaten, Kürbisse, Zucchini, Mais und so einiges mehr.
Herrlich.
Freude.
Vorfreude.

Als die Zöglinge größer wurden, haben wir sie in größere Gefäße umgetopft. Der gesamte Fensterbankplatz zu Hause war ausgebucht. Der Mann hat es geduldig ertragen, dass das Schlafzimmer vollstand mit Tomatenpflänzchen.

Endlich waren die Eisheiligen geschafft und die Pflänzchen sind in Parzelle 100 eingezogen.
Liebevoll gehegt und gepflegt, wurden sie aber nicht alt.

Unser Gartengelände ist ziemlich feucht, wir haben auch mit Staunässe zu tun. Rund um das Grundstück ist ein Graben angelegt, bei starkem Regen steht dieser voll mit Wasser. Man kann es schon ahnen: Ein Schneckenparadies.
Und gemeint sind die dicken nackten Wegschnecken. VIELE von denen.

Ihnen schmeckt ALLES: Keine der Zuchinipflanzen hat es überlebt. Kein Hokkaido wurde geerntet. Selbst vor Holunderblüten machten sie keinen Halt.

Zwei Sommer lang haben sich die Schnecken am Gemüsebeet gefreut. Unsere Teller wurden jedoch weiter per Biokiste befüllt.

Wir haben, glaube ich, sämtliche gängigen Anti-Schnecken-Methoden ausprobiert. Wenn man überwiegend am Wochenende vor Ort ist, hilft auch Absammeln der Tiere nichts. Unsere Bierfallen, die wir am Wochenende vorfanden, waren auch nicht gerade appetitlich. Wir haben das Bier irgendwann von Gold auf Discounterbier umgestellt, denn es gingen auf den 580m² doch so einige Liter drauf.   Unsere Schnecken waren unbeeindruckt, wichen nicht und fraßen.

Dieses Jahr sollte alles anders werden und wir haben Maßnahmen ergriffen:

  • Wir haben Hochbeete gebaut, erstmal vier Stück
  • Diese mit Kupferklebeband umrundet
  • Zwischen den Hochbeeten haben wir die Wege mit Rindenmulch bestreut ( keine Unkrautverstecke neben dem Gemüse)
  • Die Jungpflänzchen haben wir im Beet geschützt mit unten aufgeschnittenen Blumentöpfen
    (Dadurch entsteht dann ein hoher Schutzring), zusätzlich mit Kupferband umklebt.
  •  Zusätzlich eine Schneckenkornkur (Ja ja ok, ich wollte es WIRKLICH ohne versuchen)

Und nun: Wir haben jetzt August und in einem Beet wachsen an einer Pflanze SECHS Hokkaido-Kürbisse. Hurrah!

Wir brauchen mehr Hochbeete.

Viel mehr Hochbeete ; -)

Kürbis Parzelle 100