Stephen Emmott: Zehn Milliarden

Der Einband des Buches ist kohlrabenschwarz und lässt es schon erahnen: Die Zukunft der 10 Milliarden Menschen ist nicht rosig. Stephen Emmott ist wissenschaftlicher Leiter eines Microsoft-Labors weltweit führende Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Computational Science. 2012 gelang ihm mit seinem Bühnenstück »Ten Billion« ein Sensationserfolg am Royal Court Theatre in London. Das 2013 bei Suhrkamp auf deutsch erschienene Buch »Zehn Milliarden« basiert auf dem Theaterstück und lässt sich bequem an einem Nachmittag durchlesen.
Stephen Emmot versammelt in seinem anschaulich geschriebenen Buch eine ganze Reihe alarmierender Fakten die in klaren Grafiken präsentiert werden.

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Fast alle Grafiken im Buch zeigen exponentielle Kurven: Weltbevölkerung, Co2-Gehalt der Atmosphäre, Globale Durchschnittstemperatur, Zahl der aussterbenden Tiere, Verlust der tropischen Regenwälder, Flächenverbrauch, Energieverbrauch, Wasserverbrauch …

Die meisten Kosten unseres ungeheuren Resourcenverbrauches sind in die Zukunft verlagert, diese externen Kosten werden uns nicht in Rechnung gestellt. Aber vermutlich unseren Kindern und Enkeln.



Nur eines von vielen Beispielen im Buch ist der Bereich Lebensmittel. Die großen Steigerungen bei der Produktion von Nahrung im 20. Jahrhundert sind nicht reine Effizienzsteigerungen, sondern zum Großteil auf den immer weiter steigenden Einsatz von Maschinen, Energie und Phosphat (als Düngemittel) zurückzuführen. Doch die Phosphatvorräte sind endlich (wie alle Ressourcen) und wahrscheinlich schon in diesem Jahrhundert werden sie erschöpft sein. Die Nahrungsmittelproduktion wie wir sie kennen wird mit dem Ende des Phosphats auch zu Ende gehen.

Emmott führt die rasanten Steigerungen in allen Bereichen auf die immer noch steigende Zahl der Weltbewohner zurück, was ja noch die Hoffnung läßt, daß eine schrumpfende Weltbevölkerung einige der Probleme etwas entschärfen würde.

Der Schluß des Buches ist dann überaus düster und pessimistisch. Wie sagt es Emmott im englischen Original: »We’re fucked!«

Kleiner Tipp: Am Besten danach etwas Lesen, das einen wieder auf andere Gedanke bringt und Mut macht, z.B. die Stadt der Commonisten.