Stadt der Commonisten

Die wichtigsten Dinge im Leben sind (bislang noch) kostenlos. Neben der gemeinschaftlichen und überwiegend kostenlosen Nutzung von so elementaren Dingen wie Atemluft und Wasser gibt es auch eine lange Tradition in der gemeinschaftlichen Nutzung von Wirtschaftsgütern. Ein Beispiel dafür sind zum Beispiel Bibliotheken, die es ermöglichen, Bücher gemeinsam zu nutzen oder die bis vor dreißig Jahren weit verbreiteten gemeinsam genutzten Waschmaschinenen in Mietshäusern. Die kollektive Nutzung von Gütern kann man man mit dem Begriff »Commons« beschreiben. Im Buch heißt es: »Commons, Gemeingüter, Allmenden — all diese Begriffe bezeichnen den kollektiven Versuch, den Marktliberalismus und die damit verbundene Handlungsrationaliät des Homo oeconomicus zu dezentrieren und durch demokratische Praxen in Gesellschaft und Ökonomie zu konterkarieren: Ressourcen werden gemeinsam bewirtschaftet, öffentliche Flächen für gemeinwohlorientierte Nutzungen reklamiert, Wissen kostenfrei zur Verfügung gestellt.«

Aus dem besprochenen Buch

Aus dem besprochenen Buch

Nicht nur Urban Gardening-Projekte sind Ausdruck einer zunehmenden Commons-Kultur, auch offene Werkstätten, Tauschprojekte und FabLabs sind Teil einer post-fordistischen Stadtbewegung.

Das Buch „Stadt der Commonisten« beschreibt zahlreiche Projekte der Commons-Kultur, vom »Allmende-Konto« über die »Fahrenden Gärten« und das »Kartoffel Kombinat« bis hin zum »Urban Gardening«. Das Buch ist dabei als Glossar alphabetisch aufgebaut, aufgelockert werden die kurzen Texte durch zahlreiche Fotos aus den beschriebenen Projekten. »Charakteristisch für die hier behandelten Projekte ist, dass sie konkrete Antworten geben: Um die kapitalistische Waren- und Verwertungslogistik zu unterlaufen, werden Repair-Cafés veranstaltet, Um den Fleischverbrauch zu senken, wendet man sich der lokalen Gemüsevielfalt zu oder isst vegan. Um dem exkludierrenden Ökonomismus einer Stadt der Investoren zu begegnen, werden offene Räume geschaffen. Es herrscht nicht Depression sonder Aufbruchsstimmung«, schreiben die Autorinnen im Epilog.

commonisten

Ganz folgerichtig ist das Buch selbst unter einer »Creative Commons Lizenz« veröffentlicht. Das gedruckte Buch ist beim Transcript-Verlag erschienen und kostet 24,90 Euro, zur Zeit ist das Buch leider vergriffen. Ein PDF des kompletten Buchs lässt sich hier kostenlos herunterladen.

Links:
transcript-verlag.de
anstiftung&ertomis.de