Richard Reynolds: Guerilla Gardening

Immer mehr Menschen wohnen weltweit in Städten und nehmen die Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung selbst in die Hand. Zum Teil sind es ganz handfeste Probleme, die Menschen zum Guerilla Gärtner werden lassen: der Mangel an ausreichender Nahrung. Aber auch in Weltgegenden in denen bezahlbares Essen in mehr als ausreichender Menge vorhanden ist, gibt es Guerilla Gärtner, diese sind dann eher aus idealistischen Gründen unterwegs.

reynolds

Der Autor Richard Reynolds ist seit 2004 im Londoner Viertel Elephant & Castle  als Guerilla Gärtner unterwegs. In seinem 2009 erstmals auf deutsch erschienenem Buch beschreibt er zahlreiche wild angelegte Gärten auf der ganzen Welt.

ZITAT

»Es ist unser Recht und unsere Pflicht, uns das Land zurückzunehmen, damit es den wirklichen Bedürfnissen der Menschen dient. Es gibt doch zu wenig Plätze, an denen Menschen zusammenkommen können, ohne Eintritt zu bezahlen oder ein Getränk bestellen zu müssen, wo man nach Lust und Laune kommen und gehen kann, wo man gärtnern kann, Kunst machen oder einfach zusammen sitzen und grillen kann – in angenehmer Atmospähre, nicht in einem Betonklotz –, wo man in Ruhe lernen kann oder mit den Händen in der Erde wühlen.«

Das Buch ist dabei ganz klar gegliedert. Im ersten Teil bietet Reynolds einen allgemeinen Überblick über die Geschichte. Schon im 17. Jahrhundert forderte der verarmte britische Stoffhändler Gerrard Winstanley zum illegalen Bepflanzen brachliegender Flächen auf.

Im zweiten Teil gibt Reynolds dann zahlreiche praktische Tipps zu Boden, Schädlingen, Pflanzen und – sehr wichtig – Öffentlichkeitsarbeit.

Reynolds streut zur Auflockerung des Textes immer wieder kleine Anekdoten und Geschichten anderer Guerilla Gärtner ein, die er im Laufe der Recherchen für das Buch getroffen hat. Die Menge dieser eingestreuten Exkurse ist dann aber etwas ermüdend – hier wäre weniger mehr gewesen.

Insgesamt bietet das Buch aber eine gute EInführung in die Thematik und regt an, selbst zum Guerilla Gärtner zu werden.

Wie für alle vorgestellten Bücher gilt auch für dieses: Man kann das Buch bei Amazon oder bei anderen Anbietern im Internet bestellen, besser ist es aber, den lokalen Buchhandel zu unterstützen.

WEITERFÜHRENDE LINKS
http://www.guerrillagardening.org/