»Mare« für Landratten

Die Schutzgemeinschaft deutscher Wald ist seit dem September 2013 Herausgeberin der Vierteljahreszeitschrift »Wald«. »Wald« hat – wie das seit Jahren erfolgreiche »Mare« – nur ein Thema, das aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wird: Wald. Das monothematische Heft beschäftigt sich in der aktuellen zweiten Ausgabe mit dem Thema »Entschleunigung«.

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Gegliedert ist das Heft in vier Rubriken die natürlich Bezug zum Wald nehmen: Mischwald (für die vermischten Themen und Kurzberichte), Lichtung (soll den Horizont öffnen und weiterblicken), Einkehr (Reflektionen und Besinnung auf das Wesentliche), sowie Waldrand (kleinere Geschichten).

Das zweite Heft bietet eine gute Mischung an Themen, die auch für Nicht-Waldbesitzer interessant sind. Meine Favoriten in der Ausgabe 1/2014 ist unter anderem der Selbstversuch von Oda Albers, die sich auf den Spuren von Henry David Thoreau (zu dem wir auch bei den Gartenrebellen noch einen längeren Beitrag planen) für ein Wochenende zum Müßiggang in einen Bauwagen zurückzieht. Ein interessantes Zitat aus Thoreaus Text macht Mut: »Wenn jemand vertrauensvoll in die Richtung seiner Träume vorwärts schreitet und danach strebt, das Leben, das er sich vorstellt, zu leben, so wird er Erfolge haben, von denen er sich in gewöhnlichen Stunden nicht träumen ließ«.

Weitere interessante Artikel sind der Bericht über die in Schleswig-Holstein freilebenden Nandus (ein straußenähnlicher Laufvogel, der bis zu 1,40 Meter groߟ wird) und die Seiten über den Kartografen Rolf Böhm, der das Elbsandsteingebirge analog kartografiert. Besonders überrascht hat mich allerdings das Interview mit Christian Rätsch über Rausch, das ich in einem Magazin mit einer wahrscheinlich eher wertkonservativen Auffassung (das Heft ist im Mitgliedspreis der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald enthalten) so nicht erwartet habe.

Eine Leseprobe (als PDF) des aktuellen Hefts lässt sich hier herunterladen:
http://www.wald.de/magazin/Leseprobe/Leseprobe_01_2014.pdf